Pirmin Hofmann

Ein Leben für Pauke und Schlagzeug

Neuer Konzertsaal für München

Wenn Hamburg vorlegt, kann das München nicht lange auf sich sitzen lassen – und Hamburg hat vorgelegt.
Die Elbphilharmonie hat sich schon in der kurzen Zeit seit ihrer Eröffnung zu Beginn des Jahres als Wahrzeichen der Hansestadt etabliert. Die Spitzenorchester der Welt geben sich die Klinke in die Hand und die Konzerte sind auf Monate im Vorheinein ausverkauft.

In München besteht der Wunsch nach einem neuen Konzertsaal schon seit längerer Zeit. Insbesondere das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) mit seinem Chefdirigenten Mariss Jansons dringt auf einen Neubau. Mit dem Gasteig existiert zwar ein großer Saal, allerdings ist dieser die Heimstätte der Münchener Philharmoniker. Daher muss das BRSO oft in den deutlich kleineren Herkulessaal in der Residenz ausweichen. Aber auch im Gasteig ist die Akustik nicht auf dem Weltniveau wie z. B. in der Philharmonie Berlin oder der Suntory Hall Tokyo.

Das nun gefundene Gelände im Werksareal am Ostbahnhof hat zwar nicht die kulturelle Einbindung wie ein innerstädtischer Standort. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich um den neuen Konzertsaal ein neues Umfeld mit Restaurants und Läden bildet, die einen Konzertbesuch ergänzen.

Das Herzstück des Konzerthauses soll der große Saal mit 2.400 Plätzen sein. Details sind noch nicht endgültig festgelegt, aber es soll ein Saal im „Schuhschachtelformat“ werden. Das bedeutet, dass dieser eine rechteckige Grundform hat wie z. B. das KKL Luzern oder das Konzerthaus Freiburg. Bei einem Saal in „Weinbergformat“ ist die Grundfläche flexibler. Die verschiedenen Blöcke werden wie bei einem Weinberg in ansteigenden Stufen sortiert, teilweise auch um das Podium herum wie z. B. in der Elbphilharmonie Hamburg. Dies lässt den Saal spektakulärer werden, erschwert jedoch eine ausgewogene Akustik an jedem Platz im Saal. Diese ist bei einer „Schuhschachtel“ besser zu berherrschen.

Es bleibt also spannend, was die weitere Entwicklung noch bringen wird – insbesondere im Hinblick auf die entscheidende Frage, welcher Akustiker sich der Ausgestaltung des Saales annehmen darf. Wird es wie bei der Elbphilharmonie wieder der international bekannte Toyota oder wagen die Müchener es, einen aufstrebenden Akustiker seine Ideen verwirklichen zu lassen?

Festhalten können wir aber schon, dass die Konzertsaalproblematik endlich angegangen wird.

Bildquelle: Hans-Joachim Wuthenow; www.wuthenow-photo.de

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